FASANENSTRASSE 26
10719 BERLIN
68 Projects
FASANENSTRASSE 26, 10719 BERLIN
Jan Tichy - Thin Lines
Jan 17 – Apr 12, 2019
Guided tour with the artist: Sat, Jan 19, 5pm
Please r.s.v.p.: galerie@galeriekornfeld.com
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Jan Tichy Ausstellungen im Bauhausjahr 2019 

17. Januar – 12. April 2019

Jan Tichy: Thin Lines
Einzelausstellung
Galerie Kornfeld, Fasanenstraße 26, D-10719 Berlin

und

Chicago Grid
Gruppenausstellung, kuratiert von Jan Tichy
68projects, Fasanenstraße 68, D-10719, Berlin


Anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Gründung des Bauhauses 1919 präsentiert die Galerie Kornfeld die zweite Einzelausstellung des in Chicago lebenden Künstlers und Dozenten Jan Tichy. Parallel zur Einzelausstellung in der Galerie hat Jan Tichy eine Gruppenausstellung für 68projects, den Projektraum der Galerie Kornfeld auf der gegenüberliegenden Straßenseite, kuratiert. Die beiden Ausstellungen ergänzen sich und setzen seine Auseinandersetzung mit den Ideen des Bauhauses fort.

In seinem Text Social Formalism (2017) erläutert Jan Tichy, dass seine Werke den Ort besetzen, an dem Formen mit ihren äußeren Gegebenheiten kollidieren. Mit dem Begriff „Social Formalism“ (Sozialer Formalismus) lässt sich eine sozial bewusste, künstlerische Praxis beschreiben, die auf eine formalistische Bildsprache zurückgreift. Der Künstler arbeitet vielfach mit archivbasierten Inhalten, um Verbindungen zwischen historischen Ebenen und Werten mit zeitgenössischen Themen herzustellen. Basierend auf diesen Methoden realisierte er 2016 die Ausstellung Weight of Glass in der Galerie Kornfeld. Darin reflektiert er die Flucht der Fotografin Lucia Moholy aus Berlin im Jahr 1933 und den daraus resultierenden Verlust ihres Werks mit dem Schicksal heutiger Flüchtlinge. Installation no.30 (Lucia) wird im Januar  im Rahmen des Eröffnungsfestivals Bauhaus 100 in der Berliner Akademie der Künste zu sehen sein.

Thin Lines vereint jahrhundertealte spirituelle und wissenschaftliche Materialien und Ideen mit zeitgenössischen Werken in verschiedenen lichtbasierten Medien und lässt diese mit unserer aktuellen sozialen und politischen Realität kollidieren. Die Ausstellung ist damit ein Nachdenken über einen zeitgenössischen sozialen Raum, in dem lokale jahrhundertealte Ideen und Meinungen ihren Nachhall finden. Unsere Welten sind, genau wie unsere Handflächen, von dünnen Linien durchzogen. Eine Linie impliziert einen Sinn. Eine dünne Linie hinterfragt die Möglichkeit von Balance. Eine Linie teilt einen Raum oder eine Fläche.

Eine der entscheidenden Erkenntnisse bei der Aufgliederung einer Fläche verdankt sich der Theorie über die Zerlegung einer Ebene des deutschen Mathematikers Karl Reinhardt, der vor exakt einhundert Jahren  untersuchte, wie identische geometrische Formen sich lückenlos zu einer zweidimensionalen Fläche zusammenfügen. Reinhardt entdeckte fünf Typen von Fünfecken, die, aneinandergelegt, eine lückenlose und gleichzeitig überlappungsfreie Fläche bilden. Man spricht hier von Parkettierung. Jan Tichys Werk "On Decomposition of a Plane" besteht aus einer Folge von Siebdrucken, welche die Parkettierung mit Fünfecken nutzt, um über das soziale Miteinander von Gesellschaft zu reflektieren. Fünfzehn Drucke werden dabei von zwei Einkanal-Videos begleitet, um die Migration des Menschen in diese Ordnung einzugliedern. 

Ebenfalls Teil der der Ausstellung ist ein originaler Abdruck der Handfläche von László Moholy-Nagy, der im Frühjahr 1926 als Teil einer größeren Anzahl von Handabdrücken der ProfessorInnen und StudentInnen des Bauhauses zu Zwecken des spirituellen Handlesens entstand. Die übrigen Handabdrücke sowie weitere Objekte, die sich auf die Spiritualität am Bauhaus beziehen, werden Mitte des Jahres in der Ausstellung Bauhaus Fingerprints in der Kunsthalle Osnabrück zu sehen sein.

Jan Tichys künstlerische Praxis wurde durch die Lehrmethoden von László Moholy-Nagy geprägt, die dieser am New Bauhaus in Chicago entwickelte. Ausbildung als kreativer Dialog zwischen Schüler und Lehrer war ein entscheidendes Element dieser Methoden. Jan Tichy hat diese Praxis des Bauhaus-Meisters in den letzten zehn Jahren an der School of the Art Institute of Chicago weiterentwickelt.

Chicago Grid, die von Jan Tichy kuratierte Gruppenausstellung im Projektraum 68projects, bringt KünstlerInnen und Lehrende zusammen, die zuvor mit Tichy zusammengearbeitet haben und von beiden Seiten dieses Bildungsaustauschs kommen. Diese Ausstellung hinterfragt das Konzept des Netzwerks in seinen vielfältigen Formen und Bedeutungen, eine Anspielung auf die Berliner Bauhäusler, die vom Chicagoer Straßennetz fasziniert waren.

Die in der Ausstellung gezeigten Künstler sind:

Faheem Majeed, Alfonso und Gillion Carrara, Kate Conlon und Boyang Hou, Shawn Decker, Frances Lightbound, David Rueter und Marissa Lee Benedict sowie Helen Maria Nugent.

Als zeitgenössischer Künstler arbeitet Jan Tichy an der Schnittstelle von Video, Skulptur, Architektur und Fotografie. Seine konzeptuellen Werke sind sozial und politisch engagiert. Geboren 1974 in Prag, studierte er zunächst Kunst in Israel und erhielt dann seinen Master of Fine Arts an der School of the Art Institute of Chicago, wo er heute als Assistenzprofessor im Department of Photography und dem Department of Art & Technology Studies tätig ist. Das MCA Chicago, das Santa Barbara Museum of Art, das Wadsworth Atheneum Museum of Art, das Museum of Contemporary Photography in Chicago, das Chicago Cultural Center, das Tel Aviv Museum of Art und das CCA Tel Aviv zeigten Einzelausstellungen des Künstlers.

Werke von Jan Tichy finden sich in so bedeutenden Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York oder dem Israel Museum in Jerusalem. 2011 gründete er das „Project Cabrini Green“, ein kommunales Kunstprojekt, welches das letzte Hochhaus des Cabrini Green Housing Projects während seines einmonatigen Abrisses mit gesprochenen Worten illuminiert. 2014 begann Tichy die Arbeit an einem von der NEA geförderten kommunalen Langzeitprojekt in Gary (Illinois) – der kulturellen Plattform Heat Light Water. 2017 brachte das Projekt Beyond Streaming: a sound mural for Flint im Broad Museum in Michigan Teenager aus Flint und Lansing zusammen, die über ihre Erfahrungen mit der anhaltenden Wasserkrise berichteten.

2018 war Jan Tichy einer der vier Künstler, die Art on theMART, die größte künstlerische Videoprojektion der Welt in Chicago, eröffnete. In seiner dort gezeigten Arbeit Artes in Horto: Seven Gardens in Chicago wurden unter anderem Moholy-Nagys Fotogramme mit Blumen auf die Fassade des Gebäudes theMART projiziert.


Neben den beiden in unserer Galerie gezeigten Ausstellungen in der Fasanenstraße wird Jan Tichy im Rahmen des Bauhausjahres 2019 in weiteren Ausstellungen vertreten sein:

* Anlässlich des Eröffnungsfestivals Bauhaus 100 in der Akademie der Künste in Berlin wird Installation no. 30 (Lucia) vom 16. bis 24. Januar gezeigt.

* Vom 1. März bis 19. April wird Tichy in der von Lucie Fontaine kuratierten Gruppenausstellung Currency in der Berliner Galerie Nome zu sehen sein.

* Vom 11. Juni bis August wird in der Kunsthalle Osnabrück die Ausstellung Bauhaus Palmprints zu sehen sein, an der Tichy als Kurator mitwirkt.

* Am Jahresende, vom 15. November 2019 bis 12. Januar 2020, wird seine Ausstellung Weight of Light im Museum Bensheim zu sehen sein.

Falls Sie weitere Informationen benötigen oder ein Interview mit dem Künstler wünschen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Auf Anfrage lassen wir Ihnen gerne Bilder in druckfähiger Qualität zukommen.

Kontakt
Dr. Tilman Treusch | treusch@galeriekornfeld.com
Janina Rösner | roesner@galeriekornfeld.com

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Jan Tichy Exhibitions for the Bauhaus Year 2019 

January 17 – April 12, 2019

Thin Lines
Solo Exhibition
Galerie Kornfeld, Fasanenstraße 26, D-10719, Berlin

and

Chicago Grid
Group exhibition curated by Jan Tichy
68projects, Fasanenstraße 68, D-10719, Berlin

For the occasion of the Bauhaus Centennial, Chicago based artist and educator Jan Tichy has developed a solo exhibition for Galerie Kornfeld and organized a group exhibition for the project space 68projects across the street. Both exhibitions function as one project and are a continuation of previous engagements with the history of Bauhaus.

In his text Social Formalism (2017) Tichy describes his works to exist at intersections where forms collide with their circumstances. Social formalism could be described as a socially conscious artistic practice which uses visually formalistic language. The artist often uses archive-based content to link historical layers and values to contemporary issues. With these practices he created in 2016 the exhibition Weight of Glass at Galerie Kornfeld, mirroring the escape of Lucia Moholy from Berlin in 1933 and the subsequent loss of her work to the fate of today’s migrants. Installation no.30 (Lucia) is on display at Akademie der Künste as a part of the Bauhaus Centennial opening festival.

The exhibition Thin Lines is a contemplation on a contemporary social space resonating with local century old ideas and beliefs. Our worlds, like our palms, are filled with thin lines. A line implicates a meaning. A thin line questions the possibility of a balance. Line divides a space.

One of the critical questions about a division of a plane comes from the theory on a decomposition of a plane, the research into how shapes form two-dimensional space, that was formulated in Berlin exactly a century ago by Karl Reinhardt, the mathematician who found the first five types of pentagon that can multiply itself into a single plane. On Decomposition of a Plane is a suite of acrylic screen prints that uses the tessellation of pentagons to think about social order. Fifteen prints are accompanied by two single channel videos bringing human migration into that order.

The exhibition features an original print of a palm of László Moholy-Nagy made in the spring of 1926 as a part of a large group of palm prints of Bauhaus Dessau professors and students meant for spiritual palm reading. The rest of the prints and more objects related to the Bauhaus spirituality will be part of the exhibition Bauhaus Fingerprints at Kunsthalle Osnabrück later this year.

Furthermore,Thin Lines brings together century old spiritual and scientific materials and ideas with contemporary work in various light-based media, allowing them to collide with our current social and political reality.

Tichy’s practice has been influenced by the pedagogy of László Moholy-Nagy developed at the New Bauhaus in Chicago. Education as a creative dialogue between students and instructors was a crucial element to it and Tichy has been developing this practice over the last decade at the School of the Art Institute of Chicago.

Chicago Grid brings together artists and educators that previously collaborated with Tichy, coming from both sides of the educational interchange. The exhibition is questioning the grid itself in its many forms and meanings, a nod to the Berlin Bauhauslers fascinated by the Chicago street grid.

The artists in this exhibition include:

Faheem Majeed, Alfonso and Gillion Carrara, Kate Conlon and Boyang Hou, Shawn Decker, Frances Lightbound, David Rueter and
Marissa Lee Benedict, and Helen Maria Nugent.

Jan Tichy works at the intersection of video, sculpture, architecture, and photography and his conceptual work is socially and politically engaged. Born in Prague in 1974, Tichy studied art in Israel before earning his MFA from the School of the Art Institute of Chicago, where he is now Associate Professor at the Department of Photography and the Department of Art & Technology Studies. Tichy has had solo exhibitions at the MCA Chicago; Tel Aviv Museum of Art; CCA Tel Aviv; Wadsworth Atheneum Museum of Art; Museum of Contemporary Photography, Chicago; Santa Barbara Museum of Art and Chicago Cultural Center among others. His works are included in public collections of MoMA in New York and Israel Museum in Jerusalem among others. In 2011, he created Project Cabrini Green, a community-based art project that illuminated with spoken word the last high rise building of the Cabrini Green housing projects in Chicago during its month-long demolition. In 2014 Tichy started to work on a long-term, NEA supported, community project in Gary, IN – the Heat Light Water cultural platform. Beyond Streaming: a sound mural for Flint at the Broad Museum in Michigan in 2017 brought teens from Flint and Lansing to share their experience of the ongoing water crisis. In 2018 Tichy has been one of the inaugural artists for Art on theMART and his work Artes in Horto: Seven Gardens for Chicago include among others the projection of Moholy-Nagy flower photograms.

Besides the two exhibitions on display in our galleries in Fasanenstrasse, Jan Tichy will be represented in further exhibitions for the Bauhaus Year 2019:

* Installation no. 30 (Lucia) will be shown on the occasion of the opening festival of Bauhaus
100
at the Academy of Arts in Berlin, January 16th through 24th.

* From March 1st through April 19th, Tichy will be featured in Lucie Fontaine's curated group exhibition Currency at Nome Gallery, Berlin.

* From June 11th through August, Tichy will co-curate the exhibition at Kunsthalle Osnabrück.

*The solo exhibition Weight of Light will be on display at the Museum Bensheim, Germany at the end of the year, from November 15th, 2019 to January 12th, 2020.

Should you require further information, or wish to interview the artist, please do not hesitate to get in touch.
We are happy to provide printable images on request.

Best regards,
Galerie Kornfeld and 68projects team 


Kontakt | Contact:
Dr. Tilman Treusch | treusch@galeriekornfeld.com
Janina Rösner | roesner@galeriekornfeld.com

For enquires in English please contact:
Shahane Hakobyan | hakobyan@galeriekornfeld.com

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